Faszien, die oft als die “unbekannten Helden” des menschlichen Körpers bezeichnet werden, spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung unserer Struktur, Bewegung und sogar der Übermittlung von Informationen an das Gehirn. Diese Bindegewebsstrukturen, bestehend aus Kollagen und Elastin, sind nicht nur für die Festigkeit und Elastizität verantwortlich, sondern überraschenderweise auch als Sinnesorgane äußerst bedeutend.

Die Vielfalt der Faszien:

Es gibt verschiedene Arten von Faszien, von den oberflächlichen, die Muskeln umhüllen und an Ort und Stelle halten, über die Muskelfaszien, die Muskeln mit dem Skelett verbinden, bis hin zur viszeralen Faszie, die Organe umhüllt und ihre Position im Körper sichert. Nerven, Sehnen, Bänder, Gelenke und sogar Arterien und Venen haben ihre eigene Faszienhaut. Im Verbund tragen diese Strukturen dazu bei, dass der menschliche Körper reibungslos funktioniert.

Faszinierende Sinnesorgane:

Faszien sind nicht nur passive Hüllen, sondern erfüllen aktiv Funktionen als Sinnesorgane. Sie verfügen über Dehnungs- sowie Schmerz- und Thermorezeptoren, die Informationen über die Umgebung an das Gehirn weiterleiten. Diese Informationstransmission spielt nicht nur bei der Bewegung, sondern auch beim Stoffwechsel in der Zwischenzellflüssigkeit und somit der Versorgung des Gewebes mit Nährstoffen und frischem Wasser eine entscheidende Rolle.

Wenn Faszien verkleben und verfilzen, werden ihre Funktionen gestört. Diese einzigartigen original Fotos verdeutlichen den klar erkennbaren Unterschied. Es sind nicht nur die eingeschränkten Funktionen, die einem das Leben erschweren. Punktuelle bis flächendeckende Schmerzen sind ebenfalls eine Folge, die mit gewöhnlichen Massagen nicht zu beheben sind. Chronische Verfilzungen führen unter anderem zu Mobilitätseinschränkungen, welche über die betroffenen Arealen hinausgehen, da Faszien untereinander in Verbindung stehen und beeinflussen.

Besonders kritisch, könnte diese Verklebung bei den Arteriellen und Venösen, sowie den Nervenfaszien sein. Sie führen zu deren Verengung.

Faszien und der plötzliche Herztod:

Eine gewagte These, die in einigen Fachkreisen diskutiert wird, ist die mögliche Verbindung zwischen plötzlichem Herztod und einer ebenso plötzlichen starken Verengung der Herzfaszie sowie der Faszien der Herzarterien und Venen. Generell ist der auch als “Sekundentod” bekannte Herzstillstand auf Vorerkrankungen wie Muskelentzündungen, Drogen, Giftstoffe oder Mikroorganismen zurückzuführen. Doch wenn man die erstaunliche Geschwindigkeit betrachtet, mit der die Faszien auf negative Gedanken und Verhaltensmuster reagieren und sich zu verkleben beginnen, stellt sich die Frage, ob es eine Verbindung zu plötzlichen Todesfällen gibt, die häufig bei Menschen auftreten, die extremem Stress wie den Verlust eines Kindes ausgesetzt sind.

In diesem Kontext könnte die Sensitivität der Faszien auf mechanische, psychische und emotionale Einwirkungen eine bisher unentdeckte Dimension in der Erforschung von Organproblemen darstellen.

Ein Gedächtnisspeicher:

Die spannende Tatsache, dass Faszien Nervenzellen enthalten und somit Informationen speichern, bestätigt einmal mehr die Intelligenz, Sensitivität und Bewusstheit unseres Körper-Geist-Systems. Diese ultra-sensitiven Strukturen reagieren nicht nur auf physischen Stress (Sport, Haltung, Schonhaltung, Verletzungen), sondern auch auf Gedanken und Gefühle. Diese Verbindung unterstreicht den Zusammenhang zwischen Körper und Geist. Es liegt an uns, diesem Zusammenspiel zuzuhören und es zu beobachten. Auf diese Weise können wir Einfluss auf die eigene Körperhaltung nehmen und bestehende Reaktionsmuster auf negative Stimuli verändern.

Mehr als nur Bindegewebe:

Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde in der Medizin nicht zwischen Faszie und Bindegewebe unterschieden. Tatsächlich wurde diese Kostbarkeit des menschlichen Körpers missachtet und bei Operationen abgeschnitten und kam in den Müll. Schauen wir uns nun dieses so wichtige und größte Organ in seinen Zusammensetzungen und Funktionen an.

Faszien setzen sich aus Kollagen und Elastin zusammen, den sogenannten Gerüsteiweißen oder Strukturproteinen. Das verleiht ihnen nicht nur Festigkeit und Elastizität, sondern ermöglicht auch eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit. Fibroblasten, die für die Produktion von Kollagen und Elastin verantwortlich sind, passen sich den Anforderungen des Körpers an und beeinflussen sogar das Immunsystem durch die Ausschüttung von Enzymen und Botenstoffen.

Der Zellstoffwechsel im Fokus:

Die Grundsubstanz, auch als Matrix bekannt, spielt eine entscheidende Rolle im Zellstoffwechsel der Bindegewebszellen und Organe. Eine bahnbrechende Erkenntnis ist die Tatsache, dass 40% der Kontraktionskraft der Muskeln nicht über Sehnen, sondern über Faszienverbindungen an benachbarte Muskeln weitergeleitet wird. Der Zellstoffwechsel der Faszien wird dabei durch Zytokine (Zelltoxine) aus der Umwelt, hormonelle Veränderungen und den pH-Wert beeinflusst. 

“Beeinflusste Faszien” bedeuten vereinfacht gesagt Verklebungen, Verhärtungen und die Bildung von Knötchen im Gewebe, die sichtbar sein können und tastbar sind. Diese Veränderungen können zu einer unzureichenden Versorgung des umgebenden Gewebes und der nahegelegenen Organe führen, da der freie Fluss der Faszien beeinträchtigt ist.

Muskelkater oder Faszienkater?

Der weit verbreitete Glaube an den Muskelkater als Ursache für Schmerzen nach intensivem Training hat eine Wendung genommen. Denn überraschenderweise besitzen Muskeln keine Schmerzrezeptoren. Stattdessen rücken die Faszien mal wieder in den Fokus des Geschehens, und es scheint, dass der vermeintliche Muskelkater tatsächlich ein Faszienkater ist.

Faszien als Schmerzvermittler:

Der Gedanke, dass Faszien als Bindegewebsstrukturen nicht nur mechanische Informationen weiterleiten, sondern auch aktiv an der Wahrnehmung von Schmerzen beteiligt sind, bringt uns tiefer in die ganzheitliche Betrachtung. Im Vergleich zu Muskeln verfügen Faszien über Schmerzrezeptoren, die empfindlich auf Druck und Dehnung reagieren. Somit liegt es nahe, dass der als Muskelkater bezeichnete Schmerz tatsächlich von den Faszien stammen.

Faszien, Nervenzellen und der Memoryeffekt: Eine tieferer Einblick

Erstaunlicherweise sind Faszien nicht nur mit Nervenzellen verbunden, sondern sie beherbergen selbst ein komplexes Netzwerk dieser sensiblen Zellen. Diese Nervenzellen ermöglichen den Faszien nicht nur die Weiterleitung von Informationen. Der menschliche Körper ist mit einer Computer Festplatte zu vergleichen, die 24/7 Informationen speichert. Alle Umgebungsinformationen werden über diverse Rezeptoren der Haut gespeichert. Dieser “Memoryeffekt” verdeutlicht, dass Faszien mehr sind als einfaches Bindegewebe – sie sind aktive Akteure in der Wahrnehmung und Speicherung von Informationen.

Der “Memoryeffekt” der so sensitiven Faszien erklärt, warum sie nicht nur auf physische Reize, sondern auch auf emotionale Einflüsse reagieren. Die Verbindung zu Nervenzellen ermöglicht es den Faszien, Gedanken und Gefühle buchstäblich zu speichern und in ihrer Struktur zu manifestieren. Dieser Prozess kann langfristige Auswirkungen auf den gesamten Körper haben, da die gespeicherten Informationen die Art und Weise beeinflussen, wie die Faszien auf verschiedene negative Stimuli in Wiederholungsschleife reagieren.

Die Vorstellung, dass Faszien nicht nur physisch, sondern auch emotional auf ihre Umgebung reagieren und diese Informationen speichern, ermöglicht uns, den Blick auf unsere eigene Körperintelligenz zu richten. Zu erkennen, dass dem Körper eine Art eigenes Bewusstsein zugrunde liegt. Es bleibt spannend, ob und wie diese Entdeckung die Herangehensweise an die Behandlung von Beschwerden schulmedizinisch erweitern wird.

Negative Einflüsse auf Faszien führen zu Verklebung und Mobilitätseinschränkungen:

Die Sensitivität der Faszien erstreckt sich vor allem auf negative mechanische Einwirkungen und emotionale Zustände. Stress, negative Gedanken und Gefühle führen zu deren Verklebung. Diese Gewebsverklumpung äußert sich in einer eingeschränkten Mobilität, da die Faszien nicht mehr frei gleiten können.

Folgen der Verklebung

Die Verklebung der Faszien hat nicht nur Auswirkungen auf ihre eigene Beweglichkeit, sondern auch auf die umliegenden Strukturen. Der entstehende Zug bei der Verklumpung kann die Versorgung des umliegenden Gewebes beeinträchtigen. Die eingeschränkte Mobilität und Durchblutung führen zu einem Teufelskreis, der nicht nur die Faszien selbst, sondern auch das umgebende Gewebe in Mitleidenschaft zieht.

Insgesamt wird deutlich, dass die faszinierende Welt der Faszien weit über ihre Rolle als Bindegewebe hinausgeht. Die Verbindung zu Nervenzellen, der Memoryeffekt im Hinblick auf Gedanken und Gefühle, sowie die Sensitivität gegenüber negativen Einflüssen zeigen, dass Faszien nicht nur physisch, sondern auch emotional eine bedeutende Rolle im Wohlbefinden des menschlichen Körpers spielen.

Depression und Faszien: Der Weg zur Heilung durch Entklebung

In den vergangenen Jahren, offenbarte sich ein bisher wenig erforschter Zusammenhang zwischen Depression und verklebten Faszien. In zahlreichen Fällen konnte eine auffällige Korrelation zwischen starken Faszienverklebungen im gesamten Körper und dem emotionalen Zustand der betroffenen Personen hergestellt werden.

Chronischer Stress führt zu verklebten Faszien, die immer wieder an den gleichen Stellen verklumpen können. Über die Zeit entstehen “Programmierte-Chronische-Schwachstellen”, die auch dauerhaft Schmerzen erzeugen. Schlechte Laune ist da oft nur der Anfang. Missmutige, tieftraurige und sogar depressive Menschen, können mit eine gezielten Faszienmassage/ Faszienarbeit sich mehr als nur Linderung verschaffen.

Faszien stehen miteinander in Verbindung

Faszienexperten, insbesondere Physiotherapeuten und andere direkt am Körper arbeitende, waren lange Zeit überzeugt, dass die Faszien untereinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Diese Überzeugung wurde durch Ultraschalluntersuchungen vor einigen Jahren bestätigt, die eine tatsächliche Verbindung der Faszien zueinander nachwiesen.

In der praktischen Anwendung kommt diese Erkenntnis den Menschen in der Behandlung zugute, indem sie zu fortschrittlicheren und zielgerichteteren therapeutischen Ansätzen führt.

Faszien und Akupunktur

Es ist bemerkenswert, wie zufällige Entdeckungen manchmal aufschlussreiche Erkenntnisse bringen. In anderen Forschungen wurde vor einigen Jahren der Nachweis erbracht, wie effektiv Akupunktur sein kann. Im Ultraschall konnte man beobachten, wie eine Akupunkturnadel in den Körper eindrang, und gleichzeitig sah man, wie die Faszien begannen, sich um die Nadel zu winden und sie festzuhalten. Dies erklärt den Widerstand, den man oft beim Herausziehen der Nadeln spürt. Im Ultraschall wurde sichtbar, wie das Gewebe sich unter dem Einfluss der Nadel entspannte, was eine aufschlussreiche Bestätigung für einer der Wirkungsweisen der Akupunktur darstellt.

Die Sensitivität der Faszien gegenüber Umwelteinflüssen, Gedanken und Gefühlen

Die Sensitivität der Faszien gegenüber Umwelteinflüssen, Gedanken und Gefühlen wird durch ihre Zusammensetzung aus Wasser umso verständlicher. Die bahnbrechenden Arbeiten des japanischen Forschers und Wissenschaftlers Masaru Emoto der 90er Jahre verdeutlichen, wie Wasser als Grundbestandteil der Faszien Informationen speichert. Emoto präsentierte beeindruckende Fotografien von gefrorenem Wasser, die unter schwierigsten Bedingungen entstanden sind.

Masaru Emoto zeigte durch seine zahlreichen Bücher mit eindrucksvollen Abbildungen, das Wasser nicht nur lebendig ist, sondern auch auf Wörter, Gedanken und Gefühle reagiert. Diese Erkenntnis, dass Wasser eine lebendige Informationsstruktur besitzt, gewinnt an Bedeutung, wenn man bedenkt, dass Faszien aus Wasser bestehen. 

Die Bilder von Emoto zeigen, wie die Kristalle von gefrorenem Wasser unterschiedlichste Formen annehmen, je nach den Umwelteinflüssen und den Informationen, denen es ausgesetzt ist. Auf diesen 8 Bildern wurde das Wasser positiven und negativen Gedanken, Musik und Gebeten ausgesetzt. Erkenntnisse über die Informationsspeicherung des Wassers verknüpfen sich leicht mit den Erkenntnissen über Faszien, welche als lebendige Strukturen nicht nur mechanisch, sondern auch durch emotionale Einflüsse geprägt werden.

Alle Einsichten zusammengetragen, zeigt sich, dass die Reaktionsfreudigkeit der Faszien nicht nur auf physische Reize, sondern auch auf die Energie von Gedanken und Gefühlen zurückzuführen sind. Mit diesen Erkenntnissen können wir uns offener und informierter auf Therapien einlassen und bewussteren Einfluss auf unsere Fühl-, Denk- und Lebensweise nehmen. Genau jetzt ist die Zeit, um noch tiefer denn je einzutauchen in das Verständnis von der Einheit von Körper und Geist. Folge diesem Pfad und er wird dich belohnen.

Hier findest du unseren Artikel zum Thema Wasser, ein Gedächnisspeicher

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Dieser von Arte produzierter Dokumentarfilm lässt Faszienforscher und Mediziner sprechen und gibt Einblick in ihre Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte.
You May Also Like